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Pressemitteilung

Wilhelm von Kaulbach - Goethes Reineke Fuchs
und die Sammlung Friedrich von Fuchs

Zu Johann Wolfgang von Goethes populärsten und zugleich ungewöhnlichsten Werken zählt der „Reineke Fuchs“. Als Vorlage verwendete er die von Johann Christoph Gottsched 1752 bearbeitete Prosafassung eines seit 1498 zunächst in niederdeutscher Form erschienenen und durchgehend erfolgreichen Versepos vom Reynke de Vos. Goethe wählte als Versform durchgehend den Hexameter. Er gab dem Werk stark spöttische, mitunter boshafte, schelmische Züge.
Seine Beliebtheit verdankt Goethes Bearbeitung des mittelalterlichen Fabelbuches vor allem den Illustrationen Wilhelm von Kaulbachs (1804–1874). Kaulbach, in Arolsen geboren, Spätromantiker und Hofmaler König Ludwig I. von Bayern, übersetzte Goethes bissige Tiersatire in eine ungemein lebendige Bildsprache. Mit großem Witz veranschaulicht er die (Un-)Taten des Schelmen Reineke Fuchs, der ungeachtet seines frevelhaften Tuns zu höchsten Ehren aufsteigt. Die ganzseitigen Stahlstiche und die dekorativen Holzschnitt-Vignetten zu den einzelnen Kapiteln gelten als Meisterwerke der Fabelillustration.

Goethes Reineke Fuchs, illustriert von Wilhelm von Kaulbach, ist auch heute noch ein Kleinod des illustrierten Buches. Die Zeichnungen in Bleistift ausgeführt, die im Auftrag des Verlegers Cotta ab 1841 entstanden und die Grundlage für die Stahlstiche bildeten, befinden sich heute im Bestand des Lenbachhauses in München. Es entstand ein vergnügliches politisches Bilder- und Textbuch für Jung und Alt.

Im Bestand des Museums Bad Arolsen befinden sich neben der Erstausgabe weitere aufwändige Ausgaben. Kleinformatige, schlichte aber preiswerte Ausgaben machten das Thema breiteren Schichten der Gesellschaft zugänglich. Die Porträtstatuette des österreichischen Bildhauers Hubertus Gassner zeigt Wilhelm von Kaulbach mit den Attributen des Malers inmitten einer Menagerie von Tieren, die er zum Studium der Tiere angelegt hatte. Die Skulptur konnte kürzlich erworben werden.

Diese illustrierte Welt des Reineke Fuchs wurde in der angewandten Kunst nach Erscheinen der Erstausgabe 1846 vielfältig rezipiert. Einzelne Tierfiguren oder Ensembles Kaulbachs sind Vorbild der Gestaltung unterschiedlichster Gegenstände wie Schachfiguren, Pfeifenköpfe, Zinnfiguren, Gläser, Teller, Tassen, Kannen (verschiedener Manufakturen, z. B. Meissen, Nymphenburger), Möbel, Papiertheater, Bilderbögen etc. Friedrich von Fuchs hat eine umfangreiche Sammlung dieser Artefakte aus der zweiten Hälfte des 19. und dem frühen 20. Jahrhunderts zusammengetragen, die unterschiedliche soziale Schichten ansprechen. Sie repräsentieren die Alltagskultur oder hohe ästhetische Ansprüche des Bildungsbürgertums.

Die Sammlung Reineke Fuchs in der Kunst und wurde in 50 jähriger Sammeltätigkeit europaweit zusammen getragen.

Ausstellungen im Schloss
Museum Bad Arolsen und Museumsverein
28. April bis 8. Juli 2018
Mittwoch bis Samstag 14.30 bis 17 Uhr, Sonntag 11 bis 17 Uhr, Sonntagsführungen 11.15 Uhr.
Information 05691 / 625734

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