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Christian Daniel Rauch-Museum

Oktober 2007 - Der in Arolsen geborene Bildhauer Christian Daniel Rauch (1777−1857) hinterließ ein umfangreiches und facettenreiches Lebenswerk, in dem sich seine Kontakte zu den Geistesgrößen, der kulturellen Blüte, der gesellschaftlichen und politischen Entwicklung der Goethezeit mannigfaltig spiegeln.
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Sun-Rae Kim - Seerosen
Hommage a Monet

Skulpturen und Installationen

Oktober 2007 - Die Koreanerin Sun-Rae Kim bezeichnet ihre Arbeiten als Mikro-Phantasien: Das sind kleine lebensechte oder surreal verfremdete Kleidungsstücke, Gegenstände des täglichen Lebens oder auch amorphe Gebilde organischer Formen. Ihre Annäherung an das Thema geschieht stets von außen nach innen, von der Oberfläche der Dinge zu ihrem Inneren. Die Hüllen sind kleinteilig und werden in Handarbeit einzeln angefertigt. Ihre Materialien entnimmt sie der Tradition ihrer Heimat, wie z.B. eingefärbte Reispapiere, oder auch der Produktion hochmoderner Werkstoffe. Eigens für die Arolser Ausstellung entsteht eine Werkgruppe zum Thema Seerosen. Die wand- oder bodenbezogenen Skulpturen leuchten farbintensiv und werden von der Künstlerin als eine Hommage a Monet verstanden. Ihre Arbeitsweise, ihr Material, ihre Motivwahl verbinden sich zu einer Gesamtaussage, die, wie sie selbst sagt, als "Symphatie mit dem Leben" und "Symphatie mit den Lebewesen" zu verstehen ist. Bei ihr stehen Werden, Wachsen, Schützen und Verzaubern im Zentrum. Mit Hilfe ihres kunstvoll gestalteten Materials erschließt sie eine tiefere, hinter der endlos reproduzierten visuellen "Realität" verborgene Wirklichkeit und fasziniert den Betrachter.

Pablo Picasso
Malerbücher
aus dem Kabinett der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel


9. April bis 3. Juli 2011
Ausstellungen im Schloss
Museum Bad Arolsen und Museumsverein
34454 Bad Arolsen
Mi. bis Sa. 14.30 bis 17 Uhr, So. 11 bis 17 Uhr
Führungen sonntags 11.15 Uhr und nach Vereinbarung
Info 05691 / 625 734
www.museum-bad-arolsen.de

- Die Ausstellung beleuchtet Picassos buchillustratives Œeuvre. Wie wichtig Picasso der Umgang mit Texten war, wird daran deutlich, dass sein Werkverzeichnis 156 von ihm illustrierte Bücher aufzählt. Ein bedeutender Teil befindet sich im berühmten Malerkabinett der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel. Aus diesem Bestand wurde eine Auswahl getroffen, die einen zeitlichen Bogen von den antikisierenden Werken der frühen dreißiger Jahre bis hin zum bildreichen „theatrum mundi“ der späten Schaffensjahre schlägt.


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OstMenschen - WestMenschen
Fotografien von Dieter Demme und Pitze Eckart
16. Mai bis 11. Juli 2010

Ausstellungsreihe, die im Jahr 2010 an vier Orten in Thüringen und Hessen präsentiert werden soll. Den Anfang bildet das Museum Bad Arolsen mit den Ausstellungen im Schloß mit der Eröffnung am 16. Mai 2010 als Auftaktveranstaltung des Internationalen Museumstages in Hessen.

Klingt doch irgendwie merkwürdig, dieser Ausstellungstitel, der uns da offeriert wird: OstMenschen – WestMenschen. Suggeriert er nicht die Existenz einer besonderen Spezies, die sich unterscheidet – vielleicht von Südmenschen und Nordmenschen, oder doch eher von Ostmen-schen, denn das wäre schließlich das eigentliche Gegen-satzpaar: Ost und West: Und darin steckt schließlich auch die Brisanz: In der aufgeladenen politischen Determiniert-heit zweier schlichter geografischer Richtungsanzeigen – Ost und West!
Rüttelt man da vielleicht an unseren mühevoll gezimmerten Klischees, mit denen wir uns auch heute noch, fast 20 Jahre nach der Wende, für den Alltag wappnen? Klischees, die wir irgendwie als Ballast erleben und trotzdem als Harnisch für unser Selbstwertgefühl mit uns herumschleppen – in West wie Ost!
Und noch etwas: Pitze Eckarts WestMenschen und Dieter Demmes OstMenschen sind so außergewöhnlich normal, dass sie vor dem Hintergrund ostdeutscher Erinnerung ostdeutschen Alltagsbildern zum Verwechseln ähnlich erscheinen.
Vielleicht ist es ja gerade das, was diese Ausstellung so wichtig und auch so anregend macht!
Oder hatten Sie nicht auch zunächst vermutet, der Blick auf einen Hauseingang mit bröckelnder Fassade und Kohlenschild könnte durchaus im Prenzlauer Berg oder in einer der Leipziger Arbeitervorstände aus den Gründerjahren festgehalten worden sein?
Weder Kleidung noch Frisuren kommen in den Bildern als Alleinstellungsmerkmal des Ost oder WestMenschen zum Tragen. So kleidete und frisierte sich auch der Osten! Nur die Marlboro-Werbung, CocaCola und Binding outen den Kiosk als im Westen verortet.
Diese Verstörung aber macht diese Arbeiten so interessant und geradezu aufklärerisch. Wäre es nicht eine reizvolle Idee, einmal beide Welten fotografisch in einer Ausstellung zusammenzuführen?

Ausstellungen im Schloß
Mittwoch bis Samstag 14.30 bis 17 Uhr
Sonntag 11 bis 17 Uhr
Sonntagsführung um 11.15 Uhr


Pressemitteilung 16. Mai 2010 -

MAGNUM’s first – Gesicht der Zeit
Fotografien von Robert Capa, Henri Cartier-Bresson, Erich Lessing, Werner Bischof, Inge Morath, Ernst Haas, Marc Riboud und Jean Marquis


- Die Fotoagentur Magnum wurde im Jahr 1947 von den Fotografen Robert Capa, Henri Cartier-Bresson, David „Chim” Seymour und George Rodger in Paris gegründet. Ziel des Zusammenschlusses war eine bessere Vertretung der Bildrechte gegenüber den Magazinen und Agenturen. Die berühmten Namen der Fotografen und ein der Humanität und Wahrheit verpflichtetes Arbeitsethos verliehen Magnum große Popularität. Bis heute gilt sie als wichtigste Fotoagentur der Welt.
Die erste Gruppenausstellung von Magnum hieß „Gesicht der Zeit“ und wurde 1955/1956 in fünf österreichischen Städten gezeigt. An ihr beteiligten sich Robert Capa, Henri Cartier-Bresson, Erich Lessing, Werner Bischof, Inge Morath, Ernst Haas, Marc Riboud und Jean Marquis. Dann geschah das Unfassbare: In Holzkisten verpackt, lagerte die Ausstellung über 50 Jahre lang im Keller des Institut Français in Innsbruck. Erst 2007 wurden die 83 Vintage-Prints wiederentdeckt.

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Im zehnten Jahr des Christian Daniel Rauch-Museums steht die zeitgenössische Skulptur im Mittelpunkt des Ausstellungsgeschehens. In beiden Präsentationen werden Werke vorgestellt, die eigens für Arolsen geschaffen wurden bzw. neue Arbeiten, die zum ersten Mal in einem musealen Umfeld gezeigt werden.

Skulpturen: Jaume Plensa Laura Ford David Nash Masayuki Koorida



Venske & Spänle im Christian Daniel Rauch-Museum: Die Besucher
Christian Daniel Rauch-Museum
Museum Bad Arolsen und Museumsverein
31. März bis 2. Dezember 2012


1. August 2012 -


Pressemitteilung


Im zehnten Jahr des Christian Daniel Rauch-Museums steht die zeitgenössische Skulptur im Mittelpunkt des Ausstellungsgeschehens. In beiden Präsentationen werden Werke vorgestellt, die eigens für Arolsen geschaffen wurden bzw. neue Arbeiten, die zum ersten Mal in einem musealen Umfeld gezeigt werden.

Venske & Spänle im Christian Daniel Rauch-Museum: Die Besucher

„Wir möchten auf einzelne Werke der Sammlung eingehen und diese durch Gegenüberstellungen mit unseren Skulpturen für den Betrachter in ein anders Licht rücken, so dass dieser beginnt die Geschichte der Personen aus der Zeit Christian Daniel Rauchs auf andere Weise zu hinterfragen.“ Julia Venske & Gregor Spänle

Das Bildhauerpaar Julia Venske und Gregor Spänle wurde zur Auseinandersetzung mit der klassizistischen Skulptur im Christian Daniel Rauch-Museum eingeladen. Wie Besucher bevölkern ihre Figuren das Museum. Die fremden Wesen sind biomorphe Gebilde, die sich ihre Umgebung erforschend flach ausbreiten oder sich neugierig in die Höhe recken. Manche präsentieren alltägliche Gegenstände, die sich auch inhaltlich mit Persönlichkeiten der Goethezeit und ihrem Wirken beschäftigen. Die Ironie ist ein wesentliches Merkmal der Skulpturenwelt von Venske & Spänle.

Julia Venske (* 1971) und Gregor Spänle (* 1969) leben und arbeiten in München und New York. Sie stellen ihre Skulpturen in allen Kontinenten der Welt aus.

Christian Daniel Rauch-Museum
Museum Bad Arolsen und Museumsverein
31. März bis 2. Dezember 2012
Geöffnet Mittwoch bis Samstag 14.00 bis 17 Uhr, Sonntag 11 bis 17 Uhr
Führungen sonntags 1. und 8. April, 13. Mai, 3. Juni, 1. Juli, 5. August, 2. September, 7. Oktober, 18. November, 2. Dezember um 15 Uhr und nach Vereinbarung
Info 05691 / 625734
www.museum-bad-arolsen.de


Ausstellungen im Schloss

Skulpturen: Jaume Plensa Laura Ford David Nash Masayuki Koorida

Das Thema Skulptur wird im Festjahr des Christian Daniel Rauch-Museums in den Ausstellungen im Schloss fortgeführt. Zu einem Dialog wurden vier international arrivierte Künstler eingeladen. Als Bildhauer entwickeln sie jeweils eigenständige, singuläre Positionen in verschiedenen Materialien vom Holz, über Metall, Marmor und Granit bis zur textilen Skulptur. Werkimmanent ist ihren Arbeiten eine kritische Hinterfragung unserer Gesellschaft im Hinblick auf Sozialisation und Natur. Sowohl im Außenbereich des Schlosses, in der Graft und im Hof, sowie in historischen Räumen des Westflügels findet die Ausstellung statt.

Laura Ford
Die 1961 im walisischen Cardiff geborene Laura Ford gehört zu den hellsichtigsten und eigenständigsten Künstlerinnen ihrer Generation. Aus den unterschiedlichsten Materialien kreiert sie skulpturale Collagen in Form von Tier- oder verfremdeten Kindergestalten, die häufig wie große Lumpenpuppen erscheinen – auch dann noch, wenn Sie für die Installation im Außenraum in Bronze gegossen wurden. Diese fantasievollen Figuren wirken zunächst verspielt und entwaffnend, erweisen sich jedoch auf den zweiten Blick stets als tiefgründig und kritisch, indem sie in teils sarkastischer Doppeldeutigkeit auf Armut und Obdachlosigkeit, Verletzung, Gewalt oder Krieg anspielen. Sprichwörter, Kinderreime und Märchen spielen thematisch eine große Rolle in ihren Arbeiten, aber auch soziale und gesellschaftliche Beziehungen oder reale Ereignisse. Laura Ford selbst beschreibt ihre Werke als „eine Mischung aus Humor, Melancholie und Dunkelheit“. Ohne Pathos entwickelt sie eine vielschichtige Symbolsprache, die gegenläufige Empfindungen im Betrachter auslöst, ihn überrascht und gerade dadurch berührt.

1961 geboren in Cardiff - lebt und arbeitet in London


Masayuki Koorida
Die Werke des japanischen Künstlers Masayuki Koorida bestechen und verwundern durch ihre schlichte und zugleich ungewöhnliche Formgebung. Sie erinnern an Moleküle oder Amöben – an kleinste Teilchen oder Lebewesen in unendlicher Vergrößerung. Aus schwarzem oder weißem Marmor oder aus Granit gemeißelt und anschließend auf Hochglanz poliert, erwecken die Gebilde mit ihren vollendeten Rundungen den Eindruck, als könnten sie bei Berührung zerfließen oder zerplatzen. Sie wirken fragil und doch stabil in sich ruhend, artifiziell und doch belebt. Durch ihre Formensprache und Farbigkeit bilden sie einen Kontrast zur umgebenden historischen Architektur: Den durch rechte Winkel bestimmten Gebäuden stehen die organisch geschwungenen und gerundeten Formen der Skulpturen gegenüber. In die Graft versenkt, wirken sie als Bindeglied zwischen den Skulpturen „Weißer Riese“ und „Weißer Zwerg“ der Bildhauer Julia Venske und Gregor Spänle vor dem und im Christian Daniel Rauch-Museum.
Im Widerspruch zur Dauerhaftigkeit und Härte des Materials werden diese Steinskulpturen durch ihre Erscheinung als sich im Entstehen befindliche Organismen ausgewiesen. Koorida beschreibt den bildhauerischen Schaffensprozess als Vorgang, in dessen Verlauf sich Gedanken und Eingebungen auf der Suche nach einer allgemeingültigen Sprache zu einer Vorstellung, einem konkreten Bild formen. Dieser „originäre Inhalt einer Skulptur“ erhalte in seinen Plastiken durch die reduzierte gestalterische Umsetzung ein vielschichtiges Erscheinungsbild, das wiederum der Fantasie des Betrachters einen endlosen Spielraum biete.

1960 geboren in Kyoto, Japan - seit 2006 lebt und arbeitet er in Shanghai


David Nash
David Nash gehört zu den wichtigsten Bildhauern der Gegenwart. In seiner Kunst verfolgt Nash aktuelle Tendenzen der jeweiligen Zeit, vieles aber ist inspiriert durch die Schönheit seiner Wahlheimat Wales mit ihren ausgedehnten Wäldern. Für ihn bilden künstlerisches Arbeiten, die Natur und das Leben eine untrennbare Einheit. Er widmet sich vorrangig dem Holz und auch seine Bronze- und Eisengüsse entwickeln sich meist aus Arbeiten in Holz. Er lotet die Sprache seines Materials aus und lässt sie in seine Werke einfließen – die Zerbrechlichkeit zarter Ästchen, die Massivität ganzer Stämme, die Eigenheit, dass Holz arbeitet und reißt, die Stabilität, die es vermitteln kann.
Er verwendet für die Gestaltung seiner Skulpturen sowohl bereits verwendetes Altholz, abgelagerte Holzbretter, frisch geschlagenes Holz, sowie noch junges, im Wachsen begriffenes Holz. 1977 pflanzte Nash in seinem Heimatort 22 Eschen im Kreis an. Er beschnitt und erzog ihre Stämme und Äste so, dass ihre Kronen im Laufe der Jahre zu einer Kuppel zusammenwuchsen. Mit diesem Ash Dome schuf er ein auf Jahrzehnte angelegtes konzeptuelles Kunstwerk.

1945 geboren in Esther, Surrey - seit 1967 Blaenau Ffestiniog, North-Wales


Jaume Plensa
Jaume Plensa gehört zu den herausragenden Protagonisten der jüngeren Bildhauergeneration. Er ist ein Fragensteller. Seine Arbeiten sind skulpturale Ideen. Sie fragen nach grundlegenden Erfahrungen des Lebens, und ihre Präsenz wirkt nach. Für den Künstler ist große Dichtung Skulptur und Wortklang, ist Schriftbild als vibrierende Energie bildhauerisches Material. Sein Ziel ist die poetische Verdichtung und gedankliche Durchdringung des Raumes.
Diese Vorstellungen sind für ihn als Bildhauer schwierig zu bearbeiten, denn sie müssen ins Stoffliche übertragen werden, obgleich sein Anliegen abstrakt ist. Es geht ihm um das Grundsätzliche der Dinge und er macht das Besondere im Allgemeinen sichtbar, in einfachen, aber tiefen Bildern, die sich nicht sofort auflösen.

1955 geboren in Barcelona - lebt und arbeitet in Barcelona und Paris

Ausstellungen im Schloss
Museum Bad Arolsen und Museumsverein
in Kooperation mit der Galerie Scheffel, Bad Homburg v. d. H.


Geöffnet:
Mittwoch bis Samstag 14.30 bis 17, Sonntag 11 bis 17 Uhr
Information 05691 / 625734
www.museum-bad-arolsen.de


Venske & Spänle im Christian Daniel Rauch-Museum: Die Besucher

„Wir möchten auf einzelne Werke der Sammlung eingehen und diese durch Gegenüberstellungen mit unseren Skulpturen für den Betrachter in ein anders Licht rücken, so dass dieser beginnt die Geschichte der Personen aus der Zeit Christian Daniel Rauchs auf andere Weise zu hinterfragen.“ Julia Venske & Gregor Spänle

Das Bildhauerpaar Julia Venske und Gregor Spänle wurde zur Auseinandersetzung mit der klassizistischen Skulptur im Christian Daniel Rauch-Museum eingeladen. Wie Besucher bevölkern ihre Figuren das Museum. Die fremden Wesen sind biomorphe Gebilde, die sich ihre Umgebung erforschend flach ausbreiten oder sich neugierig in die Höhe recken. Manche präsentieren alltägliche Gegenstände, die sich auch inhaltlich mit Persönlichkeiten der Goethezeit und ihrem Wirken beschäftigen. Die Ironie ist ein wesentliches Merkmal der Skulpturenwelt von Venske & Spänle.

Julia Venske (* 1971) und Gregor Spänle (* 1969) leben und arbeiten in München und New York. Sie stellen ihre Skulpturen in allen Kontinenten der Welt aus.

Christian Daniel Rauch-Museum
Museum Bad Arolsen und Museumsverein
31. März bis 2. Dezember 2012
Geöffnet Mittwoch bis Samstag 14.00 bis 17 Uhr, Sonntag 11 bis 17 Uhr
Führungen sonntags 1. und 8. April, 13. Mai, 3. Juni, 1. Juli, 5. August, 2. September, 7. Oktober, 18. November, 2. Dezember um 15 Uhr und nach Vereinbarung
Info 05691 / 625734
www.museum-bad-arolsen.de


Ausstellungen im Schloss

Skulpturen: Jaume Plensa Laura Ford David Nash Masayuki Koorida

Das Thema Skulptur wird im Festjahr des Christian Daniel Rauch-Museums in den Ausstellungen im Schloss fortgeführt. Zu einem Dialog wurden vier international arrivierte Künstler eingeladen. Als Bildhauer entwickeln sie jeweils eigenständige, singuläre Positionen in verschiedenen Materialien vom Holz, über Metall, Marmor und Granit bis zur textilen Skulptur. Werkimmanent ist ihren Arbeiten eine kritische Hinterfragung unserer Gesellschaft im Hinblick auf Sozialisation und Natur. Sowohl im Außenbereich des Schlosses, in der Graft und im Hof, sowie in historischen Räumen des Westflügels findet die Ausstellung statt.

Laura Ford
Die 1961 im walisischen Cardiff geborene Laura Ford gehört zu den hellsichtigsten und eigenständigsten Künstlerinnen ihrer Generation. Aus den unterschiedlichsten Materialien kreiert sie skulpturale Collagen in Form von Tier- oder verfremdeten Kindergestalten, die häufig wie große Lumpenpuppen erscheinen – auch dann noch, wenn Sie für die Installation im Außenraum in Bronze gegossen wurden. Diese fantasievollen Figuren wirken zunächst verspielt und entwaffnend, erweisen sich jedoch auf den zweiten Blick stets als tiefgründig und kritisch, indem sie in teils sarkastischer Doppeldeutigkeit auf Armut und Obdachlosigkeit, Verletzung, Gewalt oder Krieg anspielen. Sprichwörter, Kinderreime und Märchen spielen thematisch eine große Rolle in ihren Arbeiten, aber auch soziale und gesellschaftliche Beziehungen oder reale Ereignisse. Laura Ford selbst beschreibt ihre Werke als „eine Mischung aus Humor, Melancholie und Dunkelheit“. Ohne Pathos entwickelt sie eine vielschichtige Symbolsprache, die gegenläufige Empfindungen im Betrachter auslöst, ihn überrascht und gerade dadurch berührt.

1961 geboren in Cardiff - lebt und arbeitet in London


Masayuki Koorida
Die Werke des japanischen Künstlers Masayuki Koorida bestechen und verwundern durch ihre schlichte und zugleich ungewöhnliche Formgebung. Sie erinnern an Moleküle oder Amöben – an kleinste Teilchen oder Lebewesen in unendlicher Vergrößerung. Aus schwarzem oder weißem Marmor oder aus Granit gemeißelt und anschließend auf Hochglanz poliert, erwecken die Gebilde mit ihren vollendeten Rundungen den Eindruck, als könnten sie bei Berührung zerfließen oder zerplatzen. Sie wirken fragil und doch stabil in sich ruhend, artifiziell und doch belebt. Durch ihre Formensprache und Farbigkeit bilden sie einen Kontrast zur umgebenden historischen Architektur: Den durch rechte Winkel bestimmten Gebäuden stehen die organisch geschwungenen und gerundeten Formen der Skulpturen gegenüber. In die Graft versenkt, wirken sie als Bindeglied zwischen den Skulpturen „Weißer Riese“ und „Weißer Zwerg“ der Bildhauer Julia Venske und Gregor Spänle vor dem und im Christian Daniel Rauch-Museum.
Im Widerspruch zur Dauerhaftigkeit und Härte des Materials werden diese Steinskulpturen durch ihre Erscheinung als sich im Entstehen befindliche Organismen ausgewiesen. Koorida beschreibt den bildhauerischen Schaffensprozess als Vorgang, in dessen Verlauf sich Gedanken und Eingebungen auf der Suche nach einer allgemeingültigen Sprache zu einer Vorstellung, einem konkreten Bild formen. Dieser „originäre Inhalt einer Skulptur“ erhalte in seinen Plastiken durch die reduzierte gestalterische Umsetzung ein vielschichtiges Erscheinungsbild, das wiederum der Fantasie des Betrachters einen endlosen Spielraum biete.

1960 geboren in Kyoto, Japan - seit 2006 lebt und arbeitet er in Shanghai


David Nash
David Nash gehört zu den wichtigsten Bildhauern der Gegenwart. In seiner Kunst verfolgt Nash aktuelle Tendenzen der jeweiligen Zeit, vieles aber ist inspiriert durch die Schönheit seiner Wahlheimat Wales mit ihren ausgedehnten Wäldern. Für ihn bilden künstlerisches Arbeiten, die Natur und das Leben eine untrennbare Einheit. Er widmet sich vorrangig dem Holz und auch seine Bronze- und Eisengüsse entwickeln sich meist aus Arbeiten in Holz. Er lotet die Sprache seines Materials aus und lässt sie in seine Werke einfließen – die Zerbrechlichkeit zarter Ästchen, die Massivität ganzer Stämme, die Eigenheit, dass Holz arbeitet und reißt, die Stabilität, die es vermitteln kann.
Er verwendet für die Gestaltung seiner Skulpturen sowohl bereits verwendetes Altholz, abgelagerte Holzbretter, frisch geschlagenes Holz, sowie noch junges, im Wachsen begriffenes Holz. 1977 pflanzte Nash in seinem Heimatort 22 Eschen im Kreis an. Er beschnitt und erzog ihre Stämme und Äste so, dass ihre Kronen im Laufe der Jahre zu einer Kuppel zusammenwuchsen. Mit diesem Ash Dome schuf er ein auf Jahrzehnte angelegtes konzeptuelles Kunstwerk.

1945 geboren in Esther, Surrey - seit 1967 Blaenau Ffestiniog, North-Wales


Jaume Plensa
Jaume Plensa gehört zu den herausragenden Protagonisten der jüngeren Bildhauergeneration. Er ist ein Fragensteller. Seine Arbeiten sind skulpturale Ideen. Sie fragen nach grundlegenden Erfahrungen des Lebens, und ihre Präsenz wirkt nach. Für den Künstler ist große Dichtung Skulptur und Wortklang, ist Schriftbild als vibrierende Energie bildhauerisches Material. Sein Ziel ist die poetische Verdichtung und gedankliche Durchdringung des Raumes.
Diese Vorstellungen sind für ihn als Bildhauer schwierig zu bearbeiten, denn sie müssen ins Stoffliche übertragen werden, obgleich sein Anliegen abstrakt ist. Es geht ihm um das Grundsätzliche der Dinge und er macht das Besondere im Allgemeinen sichtbar, in einfachen, aber tiefen Bildern, die sich nicht sofort auflösen.

1955 geboren in Barcelona - lebt und arbeitet in Barcelona und Paris

Ausstellungen im Schloss
Museum Bad Arolsen und Museumsverein
in Kooperation mit der Galerie Scheffel, Bad Homburg v. d. H.


Geöffnet:
Mittwoch bis Samstag 14.30 bis 17, Sonntag 11 bis 17 Uhr
Information 05691 / 625734
www.museum-bad-arolsen.de



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Hanna Nitsch
der kurz andauerende Genuss der Erdbeere
Installationen und Zeichnungen

- 24. September bis 4. Dezember 2011

„Vom kurz andauernden Genuss der Erdbeere“ – mit diesem narrativen, Sommer assoziierenden Satzfragment überschreibt die Künstlerin Hanna Nitsch ihre Ausstellung im Arolser Residenzschloss. Ihre Präsentation besteht aus einer Folge von Installationen, in die Zeichnungen, Figurinen und Spiegelungen in jeweils unterschiedlicher Weise eingebunden sind. In ihren Arbeiten setzt sich die Künstlerin mit dem Bad Arolser Ausstellungsort auseinander, dem ehemaligen Residenzschloss mit seiner barocken Architektur und seinen barocken Innendekorationen. Charakteristische Elemente dieses Ortes finden ihre Entsprechungen im ausgestellten Werk, wobei der Barock dem Stil der Künstlerin gegensätzlich gegenüber steht. Anrührend, behutsam, verletzlich wird Gegenposition bezogen – dennoch entwickeln die Arbeiten im Diskurs mit der barocken Bilderwelt ihre eigene Macht. Hanna Nitschs Oeuvre insgesamt zeichnet sich durch ein subtiles „Spannungsverhältnis zwischen Realismus und Abstraktion, Verdichtung und Auflösung, Zufall und Absicht“ aus (Marcus Körber M. A.). In den letzten Jahren schuf die Künstlerin viele großformatige Tuschemalereien und Zeichnungen auf Papier. Hanna Nitsch entlockt „den scheinbar alltäglichen Themen aus ihrem privaten Umfeld, der Natur oder auch der Märchen- und Volkskultur stets etwas wundersam Bezauberndes wie auch tiefgründig Bedrohliches“ (Marcus Körber M. A.). Ihre Arbeiten besitzen somit etwas Surreales, der Alltagswelt Entrücktes, das den Betrachter in Bereiche des Unbewussten zu führen vermag.
Die Ausstellung setzt die Reihe „made for Arolsen“ fort, die in lockerer zeitlicher Folge seit 1992 vom Museum Bad Arolsen und dem Museumsverein durchgeführt wird. Künstler und Künstlerinnen wie Larry Bell, Damien Hirst, Jeff Koons, Tony Clark, Ulrike Rosenbach, Andreas Kopp, Dorothee von Windheim, Otto Fischer oder Sun Rae Kim traten unter der im Titel formulierten Prämisse in ein Gespräch mit dem Ort und seiner Geschichte. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Museum Bad Arolsen
Ausstellungen im Schloss
34454 Bad Arolsen
Tel.: 0 56 91 / 62 57 34
www.museum-bad-arolsen.de
Mi. bis Sa. 14.30 bis 17 Uhr, So. 11 bis 17 Uhr, Führungen sonntags 11.15 Uhr und nach Vereinbarung, Info 05691 / 625 734, www.museum-bad-arolsen.de



Pressemitteilung

Im zehnten Jahr des Christian Daniel Rauch-Museums steht die zeitgenössische Skulptur im Mittelpunkt des Ausstellungsgeschehens. In beiden Präsentationen werden Werke vorgestellt, die eigens für Arolsen geschaffen wurden bzw. neue Arbeiten, die zum ersten Mal in einem musealen Umfeld gezeigt werden.

5. August bis 18. November 2012
Skulpturen: Jaume Plensa Laura Ford David Nash Masayuki Koorida
Ausstellungen im Schloss

bis 2. Dezember 2012
Venske & Spänle im Christian Daniel Rauch-Museum: Die Besucher


- Skulpturen: Jaume Plensa Laura Ford David Nash Masayuki Koorida

Das Thema Skulptur wird im Festjahr des Christian Daniel Rauch-Museums in den Ausstellungen im Schloss fortgeführt. Zu einem Dialog wurden vier international arrivierte Künstler eingeladen. Als Bildhauer entwickeln sie jeweils eigenständige, singuläre Positionen in verschiedenen Materialien vom Holz, über Metall, Marmor und Granit bis zur textilen Skulptur. Werkimmanent ist ihren Arbeiten eine kritische Hinterfragung unserer Gesellschaft im Hinblick auf Sozialisation und Natur. Sowohl im Außenbereich des Schlosses, in der Graft und im Hof, sowie in den historischen Räumen des Westflügels findet die Ausstellung statt.

Das Bildhauerpaar Julia Venske und Gregor Spänle wurde zur Auseinandersetzung mit der klassizistischen Skulptur im Christian Daniel Rauch-Museum eingeladen. Wie Besucher bevölkern ihre Figuren das Museum. Die fremden Wesen sind biomorphe Gebilde, die sich ihre Umgebung erforschend flach ausbreiten oder sich neugierig in die Höhe recken. Manche präsentieren alltägliche Gegenstände, die sich auch inhaltlich mit Persönlichkeiten der Goethezeit und ihrem Wirken beschäftigen. Die Ironie ist ein wesentliches Merkmal der Skulpturenwelt von Venske & Spänle.
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Pressemitteilung

Blütenzauber
Fotografie und Installation

Bill Beckley, Ottmar Hörl, Peter Hutchinson, Sandra Kantanen, Marie-Jo Lafontaine, Renate Olbrich, Annette Schröter, Erasmus Schröter, Luzia Simons, Ingolf Timpner, Marjukka Vainio

Der „Zierrath“ des barocken Schlosses weist üppige florale Vielfalt auf. Zu einem Dialog oder Diskurs mit dieser historischen Situation wurden international arrivierte Künstler eingeladen. Als Fotografen und Künstler entwickeln sie jeweils eigenständige, singuläre Positionen in verschiedenen Techniken und intensiver oder reduzierter Farbigkeit. Sie setzen sich mit ästhetischen Kategorien, natürlicher Stimulanz, komplexer Symbolik und der magischen Aura blühender und verblühender Pflanzen auseinander. Werkimmanent ist ihren Arbeiten eine kritische Hinterfragung unserer Gesellschaft im Hinblick auf Sozialisation und Natur.

- Er sah nichts als die blaue Blume, und betrachtete sie lange mit unnennbarer Zärtlichkeit.
Novalis

Die weltweite Ausbeutung und Kommerzialisierung der Naturressourcen ist die Gegenwart, in der wir uns heute bewegen. Die vorgestellten Künstler entwickeln mit ihren Werken künstlerische Entwürfe, die Pflanzen und Blumen gerade nicht unter dem Aspekt ihrer kommerziellen Verwertbarkeit betrachten. Mit ihren Arbeiten sprechen sie respektvoll jeder einzelnen Blume ihre Würde zu. Ihr achtsamer Umgang mit dem Objekt ‚Blume‛ kann als ein künstlerischer Aufruf zum Gegenentwurf verstanden werden. Vieles an den unterschwelligen Bedeutungen der ‚Blumensprache‛ ist verloren gegangen, und gerade deshalb scheinen sich die Künstler dieser Ausstellung, um ein neues visuelles Alphabet zu bemühen. Blumen sind kulturelle Stellvertreter; sie symbolisieren heute ein ganzes Spektrum - von der Kommerzialisierung bis zur Erinnerung an die Tradition der Blumensprache. Im Fokus steht immer die Blüte mit ihrer Geschichtlichkeit.

In der historischen Umgebung des barocken Schlosses zeigt die Ausstellung “Blütenzauber” Werke von zeitgenössischen Künstlern, die sich mit dem Thema ‘Blüte’ auseinandersetzen. Die sechs weiblichen und fünf männlichen Künstler, zumeist Fotokünstler, gehören verschiedenen Generationen an. Dies erklärt zum Teil ihre unterschiedlichen Herangehensweisen und künstlerischen Äußerungen. Inszenierung des Bildsujets ‘Blume’ mit den Mitteln des Theaters ist das vorherrschende Moment. Fast alle Arbeiten sind großformatig und in Serie gefertigt. Die meisten Werke sind nach 2000 entstanden.

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Pressemitteilung Mai 2014

Barbara Beisinghoff
Das Gesetz des Sterns und die Formel der Blume
Wasserzeichen, Radierungen, Künstlerbücher und Installationen

Der Titel der Ausstellung ist dem Künstlerbuch „Klavierkindheit“ mit Gedichten von Marina Zwetajewa entnommen und deutet hin auf die Dialektik zwischen Makrokosmos und Mikrokosmos. Jeder der elf Ausstellungsräume birgt ein Künstlerbuch, das in Dialog tritt zu Installationen oder großformatigen Wandbildern. Diese Raumbilder haben nicht nur durch die Künstlerbücher und den darin umgesetzten Texten eine über das Raumbild hinausweisende geistige Dimension.
Die Künstlerin schließt ihre Spuren mit Hilfe des Wassers im Papier ein oder sie bannt sie auf der Druckplatte. Die farbige Radierung hat Barbara Beisinghoff zu höchster künstlerischer Reife und Ausdruckskraft gebracht. Die einzigartigen großformatigen Blätter zeigen Spuren innerer Gefilde, Erinnerungen an ferne Länder, Spuren lange vergessener Träume.
Barbara Beisinghoff erarbeitet Papiere mit Wasserzeichen, die erst durch das Licht sichtbar werden. Sie verleiht der Schönheit des Lichts Gestalt, eingefangen mit Wasser und umschlossen von Pflanzenfasern. „Insbesondere die Wasserstrahlzeichnungen wirken durch ihre Materialhaftigkeit. Nur im Französischen gibt es den Ausdruck papier matière. Nur im Deutschen gibt es die doppelte Bedeutung von Begreifen. Der Dialog ist mir wichtig - des Materials mit dem Betrachter. Das Haptische ist der erste Schritt des Begreifens; gegen Licht kristallisieren sich durch die feineren Wasserzeichen Begriffe.“ (Barbara Beisinghoff)
Das Künstlerbuch bietet auf handgeschöpften Papieren unterschiedlichster Pflanzen Raum für Kostbarkeiten beider Techniken: die Radierung und das Wasserzeichen.

„Barbara Beisinghoff ist eine Künstlerin, die sich immer wieder auf Expeditionen ins Unbekannte begibt. Zwischen den vertrauten Pfaden will sie neue Möglichkeiten der Gestaltung entdecken, sie will verdichten und verzaubern. Der große Antrieb dazu ist für sie das Handwerkliche. Durch die Hinwendung zur altmeisterlichen Technik des Papierschöpfens fand Barbara Beisinghoff einen neuen Zugang zur Zeit, zur Arbeit, zur Natur und zum Schöpfungsmythos.
Am anschaulichsten wird das, wenn man an das Flachsprojekt erinnert, das sie in ihrem relativ neuen Domizil in Diemelstadt-Rhoden realisierte. Akribisch beschreibt die Künstlerin, wie sie die Leinsaat ausgesät hat, welche Freude sie am Wachsen der Pflanzen und an den zarten blauen Blüten hatte, wie sie mit Helfern den verblühten, gelb und braun verfärbten Flachs trocknete, wie sie ihn mechanisch aufschloss, um endlich daraus Flachspapier herzustellen. Das so gewonnene Papier nutzte Barbara Beisinghoff, um daraus ein Buch über die Flachsbearbeitung herzustellen: Tau blau.
So schließt sich der Kreis. Mit ihrem ganzheitlichen Denken, Fühlen und Gestalten überträgt die Künstlerin die uralten Techniken in unsere Zeit, belebt sie neu, entwickelt sie weiter und verwandelt sie durch ihre rätselhaften Bildvisionen ins Gegenwärtige.“ (Dirk Schwarze)

Barbara Beisinghoff
Das Gesetz des Sterns und die Formel der Blume
Wasserzeichen, Radierungen, Künstlerbücher und Installationen
17. Mai bis 27. Juli 2014

Sie tanzt vor mir her,
Die gläserne Libelle.
Sie tanzt vor mir her.
Rudolf Jüdes

Der Flachs stand in Blüthe: er hatte so niedliche blaue Blumen, zart, wie die Flügel einer Motte, und noch viel feiner!
Hans Christian Andersen


Ausstellungen im Schloss
Museum Bad Arolsen und Museumsverein
Vernissage 16. Mai 2014, Residenzschloss 19 Uhr
17. Mai bis 27. Juli 2014, Mittwoch bis Samstag 14.30 bis 17 Uhr, Sonntag 11 bis 17 Uhr, Sonntagsführungen 11.15 Uhr.
Gespräche mit der Künstlerin am Samstag, 21. Juni, 11.30 Uhr (29. Arolser Barock-Festspiele mit Museumsbuffet); Sonntag, 29. Juni, 11.15 Uhr; Samstag, 26. Juli, während der Kleinen Museumsnacht Bad Arolsen.
Information 05691 / 625734

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Pressemitteilung

27. September – 7. Dezember 2014
Robert Polidori
Spuren der Zeit
Fotografie
Ausstellungen im Schloss

„Mich interessieren die Spuren der Zeit in einem Raum, einem Gebäude oder einer Stadt. Wände sind das Trägermaterial, auf der Zeit sichtbar wird.“ Robert Polidori

Die Ausstellung im Arolser Residenzschloss gibt Einblick in verschiedene Serien des kanadischen Fotografen Robert Polidori. Immer wieder setzte er sich mit sichtbaren Auswirkungen von Katastrophen auseinander. In seiner 2004 publizierten Serie „Sperrzonen Pripjat und Tschernobyl“ zeigt er die menschenleeren Räume und die in Eile zurückgelassenen Relikte ihrer früheren Bewohner. Eine im wahrsten Sinn archäologische Form der Fotografie widmet sich den Spuren früherer Zivilisation mit größtmöglicher medialer Präsenz und zeigt, wie sich die Natur im Lauf der Zeit den Stadtraum zurückerobert. 2006 fotografierte er von Wirbelsturm Katrina verwüstete und ihren Bewohnern aufgegebene Häuser in New Orleans und zeigt die enorme Wirkung der Naturkräfte. In Beirut entstandene Bilder der Folgen des Bürgerkriegs belegen den Konflikt auf indirekte, aber nachhaltig beeindruckende Weise. Ob Fotografien von Katastrophen auch ästhetisch sein dürfen, hat Polidori für sich bejaht. Durch ihre Farbgebung, Motivwahl und Präsentation verführen seine Bilder zu genauer Betrachtung und leiten in eine Analyse der dargestellten Situation über.
Über Jahrzehnte konnte Robert Polidori die Restaurierung des Schlosses Versailles beobachten. Es entstanden zum einen opulente Ansichten der barocken Architektur, die den Betrachter ästhetisch begeistern. Zum anderen zeigt der Künstler den Prozess der Sanierung, wo Gemälde verpackt, Lamperien abgenommen, Wandbespannungen erneuert, Möbel und Inventar von Raum zu Raum bewegt werden. Seine großformatige Plattenkamera liefert detailreiche, farblich abgestimmte und atmosphärisch verdichtete Bilder, die wie sezierende Schnitte durch die Zeit funktionieren.

„Wenn ich die Kamera auf etwas richte, ist das wie eine Frage zu stellen. Und das Bild, das entsteht, ist wie eine Antwort. Ich habe erst nach längerer Zeit gemerkt, dass man, je länger man ein Bild anschaut, immer mehr sieht, was man beim ersten Hinsehen gar nicht bemerkt hat. Dieser Gewinn ist so etwas wie eine Wissensdividende eines Fotos.“ Robert Polidori

Robert Polidori, geboren 1951 in Montreal, lebt in New York. Polidori ist ein Raumästhet, seine Fotografien definieren die Architekturfotografie völlig neu. Außergewöhnliche Städteportraits fangen den Zauber fast vergessener Orte so verlockend wie schwermütig ein und machen Polidoris Bilder so einzigartig. Seine Werke wurden in Paris, Brasilia, New York, Los Angeles und Minneapolis ausgestellt. Er arbeitet regelmäßig für „The New Yorker“, „Geo“ und „Architectural Digest Deutschland“. Polidori wurde vielfach
ausgezeichnet, unter anderem mit dem World Press Award und zwei Alfred Eisenstaedt Awards – einen davon für seine Bilder von Havanna. Zudem sind zum umfangreichen Werk Polidoris zahlreiche Publikationen erschienen, unter anderem der mit dem Liliane Bettencourt Prix de la Photographie ausgezeichnete, dreibändige Bildband „Parcours Muséologique Revisité“ mit der monumentalen photographischen Dokumentation des Schloss Versailles.


Ausstellungen im Schloss
Museum Bad Arolsen und Museumsverein
Vernissage, 26. September 2014, 19 Uhr, Residenzschloss Arolsen
27. September – 7. Dezember 2014
Mittwoch bis Samstag 14.30 bis 17 Uhr, Sonntag 11 bis 17 Uhr, Sonntagsführungen 11.15 Uhr.
Information 05691 / 625734











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Pressemitteilung

Igor Oleinikov
Farbe beißt Graphit

Ausstellungen im Schloss
Museum Bad Arolsen und Museumsverein
19. September bis 6. Dezember 2015

Igor Oleinikov ist ein deutscher Künstler mit russischen Wurzeln. Er wird 1968 in Krasnodar geboren, 1200 km südlich von Moskau, auf dem 45. Breitengrad gelegen, im Süden des Kaukasus, zwischen Schwarzem Meer und Kaspischem Meer. Er besucht dort die Kunstfachhochschule, arbeitet nach seinem Diplom für kurze Zeit als Agitprop-Maler, geht dann in der Umbruchzeit am Anfang der 90er Jahre nach Moskau und hat dort als freier Künstler Erfolg. Die Beziehungen seiner Heimatstadt Krasnodar mit der Stadt Karlsruhe führen ihn nach der Mitte der 90er Jahre nach Karlsruhe an die Kunstakademie. Er studiert dort bis 1999 unter Prof. Meuser, wechselt dann an die Kunstakademie in Düsseldorf in die Klasse von Jörg Immendorff und schließlich zu Markus Lüpertz, der ihn 2004 zum Meisterschüler ernennt. Seit 2007 lebt und arbeitet Igor Oleinikov in Berlin.

Der Titel der Ausstellung „Farbe beißt Graphit“ ist einer Konzeptstudie des Künstlers entnommen und beschreibt nicht nur pointiert die Verwendung seiner Materialien, sondern umreißt auch sein künstlerisches Konzept.

Die Ausstellung in den historischen Räumen des Arolser Residenzschlosses zeigt Einblicke in das künstlerische Werk Igor Oleinikovs seit 2005 und die neusten Arbeiten der Jahre 2013 bis 2015.

Igor Oleinikov entwickelte in diesem Zeitraum, inspiriert durch die Filmsprache des russischen Regisseurs Andrei Tarkowski, die vielschichtige Erzählstruktur der Malerei eines Pieter Breughel d. Ä. sowie das Science Fiction Genre, ein eigenständiges, singuläres gegenständliches Werk.

Auf großformatigen Leinwänden erzählt er Geschichten, die sich dem Betrachter einfach zu erschließen scheinen, doch bei näherer Betrachtung verschiedene Ebenen und Nebenerzählungen entdecken lassen. Die Bleistiftzeichnungen in altmeisterlicher Manier werden mit leuchtenden Farben dramatisiert.

Die Natur, besonders der Wald, aus dem nahsichtige Ausschnitte ohne Horizont oder Baumwipfel gewählt werden, wird zur Bühne der fiktionalen Erzählungen: schlafende jugendliche Protagonisten, Menschengruppen in Bewegung oder einzelne männliche Figuren. Verschiedene Tiere wie der Fuchs, der Hase, der Hirsch und besonders der Wolf werden zu ihren Gefährten. Den Erzählungen können autobiographische Momente zu eigen sein.

„Seine Bildsprache ist äußerst komplex, jedes kleine Detail seiner Werke ist beabsichtigt und ein Bedeutungsträger. Er hat über die Jahre ein individuelles System mit einer eigenen Zeichensprache entwickelt, das ihm ermöglicht, unterschiedliche Themen und vielschichtige Situationen zu schildern.“ (Andrea El Danasouri)

„Die Möglichkeiten der Kombination zwischen Malerei und Zeichnung manifestieren sich erst dann in voller Pracht, wenn die Symbiose erreicht ist zwischen Abstrakt und Konkret.“ (Igor Oleinikov)


Igor Oleinikov
Farbe beißt Graphit

Ausstellungen im Schloss
Museum Bad Arolsen und Museumsverein
19. September bis 6. Dezember 2015
Vernissage, 18. September 2015, 19 Uhr, Residenzschloss Arolsen
Mittwoch bis Samstag 14.30 bis 17 Uhr, Sonntag 11 bis 17 Uhr, Sonntagsführungen 11.15 Uhr.
Information 05691 / 625734


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Otmar Alt - Muse küsst Kunst
Ausstellungen im Schloss
30. April bis 17. Juli 2016

Otmar Alt gehört zu den prägenden Persönlichkeiten der deutschen Gegenwartskunst, mit einem großen, vielfarbigen und außergewöhnlich populären Werk, das in den Jahrzehnten seiner Entwicklung weder die Lust am Fabulieren noch an farbiger Energie verloren hat.
Wir möchten den großen Erzähler und Gestalter Otmar Alt anlässlich seines 75. Geburtstages mit einer Ausstellung ehren, die nicht als eine Art Retrospektive gedacht ist und eine Lebensleistung zu bilanzieren versucht. Sie soll sich vielmehr ganz auf die jüngeren Arbeiten konzentrieren, die im Verlauf der letzten Jahre in seinem Atelier entstanden sind und bisher in dieser Geschlossenheit nicht öffentlich zu sehen waren.
Otmar Alt denkt und malt zyklisch, arbeitet große, aber auch sehr persönliche Themen in Bildserien auf, die, jedes für sich bereits erzählerisch angelegt, im Zusammenklang ein vielfarbiges Epos entstehen lassen. Diese jüngsten, mit großer malerischer Energie geschaffenen Gemäldezyklen dokumentieren, wie unverbraucht sein malerischer Atem und wie groß und beneidenswert jung seine bildnerische Phantasie geblieben ist. In einem Alter, wo andere sich längst zur Ruhe gesetzt haben und die Früchte ihrer Lebensleistung genießen, bleibt Otmar Alt geradezu unermüdlich bei seiner Arbeit, in seinem Bestreben, den Menschen – und nicht nur den Kunsteingeweihten! – etwas zu schenken, das ihr Leben bereichern, erweitern und in jedem Fall verschönern kann.
Der große Maler ist auch ein großer Humanist, und erst die Verbindung beider Sphären, die für ihn niemals zu trennen sind, macht aus seiner imposanten Lebensleistung ein zutiefst menschliches Bekenntnis. Den sozialen Grundsatz seiner künstlerischen Arbeit hat Otmar Alt niemals verloren, sondern seiner Kunst immer auch den Weg in den öffentlichen Raum und damit zur sozialen Kommunikation geöffnet. Dieses übergreifende Konzept einer öffentlich nicht nur erlebbaren, sondern auch wirkenden Kunst hat er vorbildlich und so wie kaum einer seiner Berufskollegen praktiziert und immer wieder den Dialog des Betrachters mit seinen Werken gesucht. „Ich will die Menschen erfreuen“, sagt Otmar Alt, „und wer das will, der muss offen auf sie zugehen und sie in ihrer gewohnten Umgebung treffen, quasi an ihrem Standort abholen.“ Dass dieses gelingt, zeigen die vielen Skulpturen und auch Wandbilder in öffentlichen Einrichtungen oder einem Stadtraum, der durch Otmar Alts Arbeiten in der Tat eine überraschende poetische Note gewinnt.

Dass es neben diesem selbstgestellten öffentlichen Auftrag immer auch den zurückgezogenen Künstler gegeben hat, der im Innern seines Ateliers an der bildnerischen Lösung ihn bedrängender Probleme arbeitet, der über Weg und Ziel der Weltgemeinschaft ebenso nachdenkt wie über das Wesen des Schönen, davon kündet der Reigen dieser Ausstellung mit ihren vielen persönlichen Themen und malerischen Facetten.

30. April – 17. Juli 2016
Otmar Alt
Muse küsst Kunst
Ausstellungen im Schloss
Museum Bad Arolsen und Museumsverein
Vernissage, 29. April 2016, 19 Uhr, Residenzschloss Arolsen, Kleine Museumsnacht 16. Juli 2016, Mittwoch bis Samstag 14.30 bis 17 Uhr, Sonntag 11 bis 17 Uhr, Sonntagsführungen 11.15 Uhr. Information 05691 / 625734

29. April 2016 -

PRESSEMITTEILUNG
August 2016


Ausstellung im Museum Bad Arolsen

Reise nach Arglosen
Laura J. Padgett
Martina Wolf

Installation, Fotografie und Video
made for Arolsen

10. September – 4. Dezember 2016

Eröffnung: 9. September 2016, 19 Uhr
Residenzschloss Bad Arolsen
Schloßstraße 27, 34454 Bad Arolsen



In der Reihe made for Arolsen lädt das Museum Bad Arolsen seit 1992 zeitgenössische Künstler ein, aktuelle Positionen im Residenzschloss Arolsen zu zeigen. Mit Laura J. Padgett und Martina Wolf wurden für die Ausstellung Reise nach Arglosen zwei Künstlerinnen aus dem Stipendienprogramm der Hessischen Kulturstiftung ausgewählt, die beide in den Medien Fotografie und Video arbeiten. Ihre Beobachtungen zu bau- und stilgeschichtlichen, funktionalen und historischen Aspekten des Schlosses verdichten sich in poetischen Bildern und radikalen Rauminszenierungen.

Das dreiflügelige Residenzschloss wurde im 18. Jahrhundert, angeregt durch die Schlossanlage in Versailles, vom Fürstenhaus Waldeck und Pyrmont erbaut. Die Innenräume des Repräsentationsbaus sind reich verziert mit Deckengemälden des italienischen Malers Carlo Ludovico Castelli, mit Stukkaturen von Andrea Gallasini und unter anderem mit Skulpturen des in Arolsen geborenen klassizistischen Bildhauers Christian Daniel Rauch. Auch heute noch ist die Fürstlich Waldecksche Hofbibliothek mit ihrem historisch bedeutsamen Buchbestand zugänglich: ein beliebtes Reiseziel insbesondere auch für niederländische Besucher, da 1858 Emma von Waldeck und Pyrmont im Schloss geboren wurde, die spätere Königin der Niederlande.


Laura J. Padgett beschäftigt sich in ihren Arbeiten seit langem mit öffentlichen und privaten Kunstsammlungen. Sie untersucht Ausstellungsobjekte und -szenarien auf ihre Bedeutungsqualitäten von gesellschaftlicher Repräsentation und porträtiert dadurch indirekt auch Sammlerpersönlichkeiten vor ihrem zeitgeschichtlichen Hintergrund.
Die Idee der Durchlässigkeit begleitet leitmotivisch Padgetts Fotografie- und Videoarbeiten für die Arolser Residenz. Details der Schlossarchitektur, das Nutzen von lichtdurchlässigen Stoffen, die Ein- bzw. Ausblicke in Innen- und Außenräume gewähren, Zitate aus historischen Reiseberichten über Arolsen verdichten sich zu einem assoziativen, poetischen Gefüge. Ihre Arbeiten sind von einer reichen malerischen Ästhetik, in der sich Historie und Gegenwart auflösen.

Martina Wolf interessiert sich für Fragen der Bildkonstitution, ihrer Wirkmacht und ihrer Verwendung im öffentlichen wie im privaten Raum. In ihren minimalistisch gehaltenen Foto- und Videoarbeiten transformiert sie Beobachtungen der realen Außenwelt zu modellhaften Bildsituationen.
Mit ihren installativen Arbeiten für das Schloss schafft die Künstlerin durch Montagetechniken neue Bildräume mit grafischen und malerischen Qualitäten. Wie ein Trompe-l’oeil fügt sie Einzelmotive, die sie unter anderem während ihres Stipendienaufenthaltes in Moskau 2008 aufnahm, in die historischen Räume ein. Der repräsentative Charakter der Architektur und der Ausdruck von Herrschaftsverhältnissen werden durch eine Ästhetisierung des Banalen und Alltäglichen aufgebrochen.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit zahlreichen Abbildungen und Textbeiträgen von Gerhard Lang, Daniel Marzona und Ludwig Seyfarth.

Die Ausstellung ist ein gemeinsames Projekt der Hessischen Kulturstiftung, des Museums Bad Arolsen und des Museumsvereins Bad Arolsen e.V.

Pressekontakt:

Hessische Kulturstiftung
0611 58534343
HessischeKulturstiftung@hkst.de

Museum Bad Arolsen
05691 625734
info@museum-bad-arolsen.de



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Pressemitteilung

Ingolf Timpner
Lichtgestalten
Photoarbeiten
Interventionen im
Christian Daniel Rauch-Museum

11. März bis 30. Dezember 2015

Zu Interventionen im Christian Daniel Rauch-Museum werden zeitgenössische Künstler verschiedener Kunstgattungen eingeladen. Im Jahr 2012 begann die Reihe mit dem Bilderhauerpaar Julia Venske und Gregor Spänle. Ihre eigenwillig bizarren Skulpturen aus weißem Marmor eröffneten neue Einsichten zu den im Museum präsentierten Werken des Bildhauers Christian Daniel Rauch und anderer Bildhauer des Klassizismus. Wie Besucher bevölkerten ihre Figuren das Museum. Die fremden Wesen sind biomorphe Gebilde, die sich ihre Umgebung erforschend flach ausbreiten oder sich neugierig in die Höhe recken. Manche präsentieren alltägliche Gegenstände, die sich auch inhaltlich mit Persönlichkeiten der Goethezeit und ihrem Wirken beschäftigen. Die Ironie ist ein wesentliches Merkmal der Skulpturenwelt von Venske & Spänle.
Die Prämisse des Gewinns von Erkenntnissen und der Erweiterung ästhetischer Erfahrungen ist auch der Intervention „Lichtgestalten“ des Künstlers Ingolf Timpner zu eigen. Eine Intervention in der bildenden Kunst ist ihrer Absicht und ihrer öffentlichen Wahrnehmung nach ein Eingriff in bestehende Zusammenhänge. Die Intervention kann in Innen- und Außenräumen stattfinden. Sie thematisiert gesellschaftlich-soziale, kulturelle, funktionale, räumliche oder materielle Aspekte des Veränderten. Materialien jeder Art als auch Gegenstandsloses und Flüchtiges, wie Zeit, Licht, Klang und Bewegung im Raum können bei einer Intervention Verwendung finden.
Ingolf Timpner lebt und arbeitet in Düsseldorf. In seinen Fotoarbeiten faszinieren ihn Inszenierung und Zitat. Er arbeitet mit Modellen, die durch das Hinzufügen diverser Dinge und die Herangehensweise des Fotografen, wie die Festlegung des Bildausschnitts, Blickrichtung und Lichtführung, in einen erzählerischen Prozess eingebunden werden. Surreale Momente können dabei entstehen. Immer wieder finden sich Rückbezüge auf die Geschichte der bildenden Kunst. Seine fotografischen Inszenierungen sind irritierend. Sie durchkreuzen die vorgegebene Ordnung durch das Hinzufügen eines Details aus einem anderen und unerwarteten Zusammenhang.
Ingolf Timpner wählt aus den ausgestellten bildhauerischen Werken zwölf Porträtbüsten als Modelle aus. Die klassizistische Büste ist unbekleidet oder das Bruststück mit Draperien in antiker Manier verhüllt. Dieser Idee folgt Timpner, indem er die Modelle bekleidet. Auf den Fotografien lassen sich nur vereinzelt Kleidungsstücke konkret bestimmen. Das bleibt bewusst ungeklärt. Pelze und verschiedene Textilien mit unterschiedlichen stofflichen Texturen werden verwendet, wie z. B. gewalkte Wolle, Organza, Baumwolle, Leinen oder Camouflageeffekte.

Die Fotoarbeiten, aufgenommen im Analogverfahren mit Kameras aus den 1950er und 1960er Jahren, belichtet Timpner in Schwarzweiß stets im Format 51 x 51 cm auf Barytpapier. Barytpapier ist das klassische Fotopapier, das bis etwa in die 1970er Jahre zur fotografischen Ausarbeitung überwiegend verwendet wurde. Das kräftige Papier mit der Silbergelantineschicht vermittelt einen haptischen Eindruck und weist eine warme Tonalität auf, was an die Tradition historischer Meisterfotografien anschließt. Bewusst spart Timpner beim Auftrag der Entwicklerflüssigkeit die Ränder aus, sodass diese wolkig ausfransen und die Arbeiten eine malerische Qualität erhalten. Die Fotografien werden nicht plan gepresst, so dass ein zartes Relief entsteht. Die Motive, in einer Auflage von drei Exemplaren einzeln ausgeführt, unterscheiden sich durch diese Ausarbeitung. Die Fotoarbeiten werden dadurch zu Unikaten.
Bei der Platzierung der zwölf Fotografien in der Skulpturenwelt der Goethezeit im Christian Daniel Rauch-Museum wurde bewusst auf eine direkte Gegenüberstellung von fotografischer Arbeit und Bildnisbüste verzichtet. Nicht die Idee des unmittelbaren Vergleichs steht im Vordergrund, vielmehr werden inhaltliche Bezüge aufgegriffen - z. B. verwandtschaftliche Verhältnisse wie bei Großfürstin Alexandra von Russland und ihrem Sohn Alexander, freundschaftliche wie bei Christian Daniel Rauch und Alexander von Humboldt - oder kollegiale, vorbildhafte, dynastische, würdigende, ästhetische.
Jean-Claude Schmitt unterscheidet in einer Skizze für eine „allgemeine Geschichte des Gesichts, die es noch zu schreiben gilt“ das Gesicht dreifach, als Zeichen von Identität, als Träger von Ausdruck und schließlich als Ort einer Repräsentation im wörtlichen Sinn als Abbildung ebenso wie im symbolischen Sinn einer Stellvertretung. „Ist das Gesicht schon von sich aus ein Zeichen, so steht es auch für all das ein, was wir ihm zuschreiben, und schließlich für dasjenige, was es uns verbirgt.“

In seinen Arbeiten geht Ingolf Timpner der Frage nach dem Spiegelverhältnis, das zwischen Bild und Leben besteht, nach. Er bietet den Betrachtern, die sich auf die „Lichtgestalten“ einlassen, eine Sehschule an: Das klassizistische Porträt wird Teil unserer Gegenwart.

Interventionen im
Christian Daniel Rauch-Museum
Geöffnet Mittwoch bis Samstag 14 bis 17 Uhr,
Sonntags 11 bis 17 Uhr und
nach Vereinbarung 05691 / 625 734


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Pressemitteilung 16. September 2009

Antike(s) Leben
Simulation eines Ideals
in Hofbibliothek und Kunstsammlungen der Fürsten von Waldeck und Pyrmont

19. September 2009 bis 7. Februar 2010
Geöffnet
Dienstag bis Sonntag 11 bis 17 Uhr
Führungen Sonntags 11.15 Uhr
und nach Vereinbarung

- Im 18. Jahrhundert wurde die Identifikation mit antiker Kultur und Geisteshaltung zu einem bestimmenden Moment des Lebens in ganz Europa. Die sensationellen Berichte von der Entdeckung untergegangener Städte rund um den Vesuv – Pompeji, Herculaneum – faszinierten die Menschen. Innerhalb kürzester Zeit entwickelte sich ein reger Antikentourismus. Wer etwas auf sich hielt und es sich leisten konnte, wallfahrte nach Neapel, an den Vesuv, nach Sizilien oder sogar nach Griechenland. Wem dies nicht gelang, der beschaffte sich die entsprechenden Reiseberichte, Fachbücher, Bildbände bzw. am besten gleich die Fundstücke selbst.

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Pressemitteilung:


Erich Klahn. Ulenspiegel
(1901–1978)

Erich Klahn schuf Gemälde und Aquarelle, war Zeichner und Glasmaler und entwarf Bild- und Ornamentteppiche ebenso wie Emaillearbeiten und all dies mit sowohl christlichen, mythologischen als auch profanen Themen und Motiven.

Am Ort seiner Kindheit, Jugend und künstlerischen Arbeit in Lübeck, am anderen Ort seines
Schaffens in Celle und am Ort einer Sammlerin seines Werkes in Bad Arolsen widmet sich die Ausstellung seinem umfangreichsten bildkünstlerischen Werk, den Aquarellen zu Charles de Costers Roman Ulenspiegel. Erich Klahn schuf über mehrere Jahrzehnte in zwei Schaffensphasen 1312 Aquarelle zu diesem bedeutenden literarischen Epos.
Klahn beschäftigte sich seit Beginn der zwanziger Jahre intensiv mit der flämischen Kultur. 1929 unternahm er eine Reise nach Flandern. In den Landschaftsaquarellen dieser Reise erscheinen bereits Motive und auch Darstellungsmuster, auf die er in den Ulenspiegel-Illustrationen oft zurückgreifen wird. Wahrscheinlich wurde Erich Klahn bereits in dieser Zeit mit dem Ulenspiegel-Roman de Costers vertraut. Erst 1932 erwarb er die Ausgabe der deutschen Übersetzung des Romans von Karl Wolfskehl. Sie war über viele Jahre sein „Arbeitsbuch“.
Die Aquarelle zum Ulenspiegel sind ein ungewöhnliches zeichnerisches Œuvre hoher Qualität mit vielfältigen Vernetzungen in die Kunst- und Zeitgeschichte. In Zeichnungen bereitete Erich Klahn seine künstlerischen Kommentare der Szenen vor, richtete sein Augenmerk auf kleinste Sequenzen des Handlungsablaufs oder löste sich mit seinen Bildszenen auch vom Text. So entstand ein monumentales Illustrationswerk. Klahns Aquarelle sind nicht im eigentlichen Sinn Illustrationen, die der Erzählung oder Verbildlichung eines Textes dienen. Es sind vielmehr eigenständige Übertragungen der Dichtung in Kunst.
Rund 350 Aquarelle zum Ulenspiegel und zeichnerische Vorarbeiten werden gezeigt, ergänzt durch thematisch zugehörige Arbeiten des Künstlers.

Die Illustration von de Costers Ulenspiegel-Roman war für Erich Klahn eine selbst gestellte Aufgabe. Herausgefordert durch den Episodenreichtum, angezogen von der zwischen bitterem Ernst und ausgelassenem Schalk oszillierenden Gestalt des Titelhelden bearbeite er sein Thema. Noch bevor sich der Betrachter durch die intensive Farbwirkung der Bilder, ihre ungebrochene Erzählfreude und zuweilen hintergründigen Zeichenhaftigkeit fesseln lässt, wird ihn der gewaltige Umfang des Werkes in Erstaunen versetzen und Bewunderung auslösen. Er wird zunächst die quantifizierbare Leistung des Künstlers und sein Durchhaltevermögen im Laufe von Jahrzehnten hochachten, betont Ulrike Bodemann, die den Zyklus zum ersten Mal 1986 kunstwissenschaftlich untersuchte.

„Im Ulenspiegel findet der aus seiner Zeit gefallene Künstler Klahn sein alter Ego: Es ist der Narr. Klahn wird zu Ulenspiegel. Er gibt sich dumm und ist klug. Die Welt ist feindlich, gefährlich und grausam; was ihm wichtig ist, sind Freundschaft, verkörpert in Ulenspiegels Freund Lamme, und Liebe, für die Nele steht. Klahn, der freier Autonomie in der Kunst, ja überhaupt dem Wert des Individuellen für die Entstehung von Kunst misstraut, findet in dem Schelm Ulenspiegel seinen größten Auftraggeber, der es ihm erlaubt, endlich auch über sich selbst zu sprechen. Es wird ein gewaltiges Bekenntnis im Gewand der Illustration. Mitten im Krieg zeichnet Klahn den Krieg: Seine Konfession gipfelt in einem Zyklus von vierzig Blättern (1048 bis 1087), die zeigen, wie nackte Menschen von zwei Schergen durch die Schneewüste im winterlichen Flandern getrieben werden. Klahn ist bei sich, vor allem aber in seiner Zeit angekommen.“ Helmut Th. Seemann

Erich Klahn. Ulenspiegel
(1901 – 1978)

9. Mai – 26. Juli 2015
Museum Bad Arolsen und Museumsverein, Ausstellungen im Schloss
Vernissage 8. Mai 2015, 19 Uhr, Residenzschloss, Steinerner Saal
Geöffnet Mittwoch bis Samstag 14.30 bis 17 Uhr, Sonntag 11 bis 17 Uhr, Sonntagsführungen 11.15 Uhr und nach Vereinbarung, 05691 / 625734


Zur Ausstellung erscheint ein reich illustrierter Begleitband und erstmals eine vierbändige Gesamtausgabe aller 1312 Aquarelle.

Gefördert durch:
Ernst von Siemens Kunststiftung, Hessischer Museumsverband, Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Possehl-Stiftung Lübeck

9. Mai – 26. Juli 2015 -

Janusz Siewierski - Jugendliche

Zu Interventionen im Christian Daniel Rauch-Museum werden zeitgenössische Künstler verschiedener Kunstgattungen eingeladen.
In diesem Jahr stellt der Bildhauer Janusz Siewierski unter dem Thema Jugendliche seine Werke einzeln und in Gruppen aus und eröffnet neue Einsichten zu den im Museum präsentierten Werken des Klassizismus. Die Prämisse des Gewinns von Erkenntnissen und der Erweiterung ästhetischer Erfahrungen ist auch seiner Intervention zu Eigen. Der in Polen geborene Künstler absolvierte die Kunstakademie in Warschau und war Schüler von Stanislaw Kulon. Von 1989 bis 1992 studierte er an der Hochschule für bildende Künste in Kassel und war Schüler von Harry Kramer.

Eine Intervention in der bildenden Kunst ist ihrer Absicht und ihrer öffentlichen Wahrnehmung nach ein Eingriff in bestehende Zusammenhänge. Die Intervention kann in Innen- und Außenräumen stattfinden. Sie thematisiert gesellschaftlich-soziale, kulturelle, funktionale, räumliche oder materielle Aspekte des Veränderten. Materialien jeder Art als auch Gegenstandsloses und Flüchtiges, wie Zeit, Licht, Klang und Bewegung im Raum können bei einer Intervention Verwendung finden.

Die jugendlichen Modelle fand Janusz Siewierski in seinen Kindern und deren Freunden und Freundinnen. Sie bewiesen große Geduld im Modell stehen. Die Porträts in ganzer Figur entstanden in zwei Phasen 2011 bis 2012 und seit 2013 und zeigen einfühlsam die Veränderungen im Erwachsenwerden. Die frühe Figurengruppe ist statuarisch aufgefasst. Die Jugendlichen wirken schüchtern, suchend, während die späteren bewegter aber auch selbstbewusster präsent sind. Die Modellierung der Figur ist künstlerisch anspruchsvoll und beansprucht viele Sitzungen, die insgesamt 30 bis 35 Stunden einnehmen können. Die Oberflächen bleiben rau und suggerieren Lebendigkeit.

Janusz Siewierski wählt mit dem Bronzeguss eine klassische Methode mit jahrhundertealter Tradition. Der gesamte Arbeitsprozess bleibt sehr bewusst in der Hand des Künstlers. Der Bronzeguss ist komplex, folgende Arbeitsschritte sind notwendig: Modell – Negativform – Wachsmodell – Gussform – Brennen – Guss – Freilegung des Gusses – Überarbeitung – Ziselierung – Patinierung.
Der Künstler modelliert die Figur in Knetmasse, von der dann über eine Negativform in Gips das gleiche Modell in Bienenwachs erstellt wird. Dieses Wachsmodell ist Ausgangspunkt des Gusses. Um diese Figur wird dann die eigentliche Gussform aus Gips und Schamotte gebaut. Zuvor wird das Wachsmodell in Teile (z. B. Unterkörper, Oberkörper, Arme) zerlegt. Anschließend wird in die Hohlräume eine flüssige Masse aus Sand und Gips hineingefüllt, so dass der Kern der Figur entsteht. Nach dem Erhärten werden die Teilstücke zu einem Gussmodell zusammengefügt. Zum Fixieren werden Nägel in den Kern geschlagen und ein Kanalsystem zum Eingießen der Bronze und für das Entweichen der Luft wird angebracht. Die Gussform wird im Ofen bei steigender Temperatur über viele Stunden gebrannt, wobei gleichzeitig das Wachs ausläuft bzw. verbrennt. Der Guss selbst erfordert wegen der extrem hohen Temperaturen und der notwendigen Präzision hohe Aufmerksamkeit. Das flüssige Material wird in den Hohlkörper gegossen. Nach dem Erkalten der Bronze wird diese von der sie umgebenden Negativform befreit. Das Kanalsystem und die Nägel werden entfernt, die einzelnen Teile der Skulptur zusammengefügt und die Löcher verlötet. Die so gewonnene Bronzeplastik wird überarbeitet und patiniert. Für Janusz Siewierski ist das Beherrschen dieser Technik Teil der bildhauerischen Arbeit ebenso wie der Umgang mit dem Stechbeitel bei seinen Figuren aus Holz.

Der Skulpturenbestand des Christian Daniel Rauch-Museums ist in exemplarischer aber vor allem konzentrierter Weise ein Hort der künstlerischen Auseinandersetzungen mit dem Stil des Klassizismus. Rückgriffe und Verwandlungen antiker Ideen können in den Skulpturen und Reliefs anschaulich werden. Im Mittelpunkt dieser Kunst steht der Mensch, sei es als Bildnisbüste von antikischer Zeitlosigkeit oder als lebensnahes Porträt der Zeitgenossen, als ganzfiguriges Denkmal oder als privates kleines Relief, oder auch als Grabmal, das in harmonischer Auffassung den Verstorbenen als einen gleichsam schlafenden Menschen zeigt.

Die Kunst der Goethezeit ist geprägt von einem hohen Bildungsanspruch und einem anspruchsvollen Menschenbild, in dem sich die Überzeugung von der Würde des Individuums spiegelt und individuelle Lebensleistungen als Vorbilder und Ideale formuliert werden. In dem Glauben an die ethisch-moralische Vorbildlichkeit großer Denker und edler Herrscher wurzelt die Bedeutung, die dem Denkmal und dem Bildnis in dieser Zeit zukam und aus dem die Aktualität dieser Kunst resultiert.

Die Platzierung der Jugendlichen im Christian Daniel Rauch-Museum folgt der Prämisse, Bezüge herzustellen, inhaltlich oder formal kommentierend. Die Arbeiten Janusz Siewierskis fügen der Präsentation der Skulpturen der Goethezeit eine kommunikative Ebene hinzu: der Besucher vermag vielleicht das Flüstern oder leise Wispern der Jugendlichen zu hören, die miteinander sprechen über ihre Welt in der Skulpturenwelt.



November 2016 -

"Ich und die anderen"
Portraits von Künstlern und anderen Menschen
Dieter Schwerdtle

Fotografien

19. März bis 29. Mai 2005 - Seit 1977 fotografiert Dieter Schwerdtle die Dokumenta, seit 1982 für die Zeitschrift Kunstforum international die Documenta. Seine beobachtendeTätigkeit als Fotoreporter ermöglichte ihm, den Künstlern zu begegnen, die zur Teilnahme an der bedeutenden Kunstausstellung eingeladen worden waren. So entstand im Laufe der Jahrzehnte ein umfangreiches Oeuvre zum Thema Künstlerporträt. Seine Porträts gewinnen künstlerische Kraft, weil sie in dem einen Bild die Komplexität einer Persönlichkeit einfangen. Dies gilt auch für den zweiten Teil der retrospektiven Ausstellung. "und andere Menschen" beschreibt zwei Serien von Arbeitern. In Thailand fotografierte Schwerdtle im Dorf seiner Frau Pai in Ban Tcha-Om Menschen nach der Arbeit, in nordhessischen Industriebetrieben entstanden Bildnisse von Menschen bei der Arbeit. In "Arbeitsporträts und Rituale" setzt sich der Fotograf gleichermaßen einfühlsam wie ironisch mit Themen wie Wahlkampf, Migration und Alltagskultur auseinander.
Die Ausstellung umfaßt ca. 160 Fotografien des in Kassel lebenden Künstlers. Es erscheint ein Katalogbuch mit Essays von Dirk Schwarze, Marianne Heinz und Alfred Nemeczek.
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Video Interview HNA, Druet sieht Rodin

20.06.2007 -

Pressemitteilung

Andreas Kopp
made for Arolsen
Kontinentalverschiebung
Bilder Installationen


15. Oktober bis 10. Dezember 2006
Ausstellungen im Schloß
Museum Bad Arolsen und Museumsverein

"made for Arolsen“: Dieser Prämisse der Ausstellungsreihe zeitgenössischer Kunst im Museum Bad Arolsen entspricht der Beitrag von Andreas Kopp in besonderem Maße. Nahezu alle Exponate seiner Ausstellung „Kontinentalverschiebung“ werden im Dialog oder im Diskurs mit dem barocken Interieur des Schlosses entworfen. In einem unablässigen Wechsel von Perspektiven, Maßstäben und Bedeutungen erschließt sich den Besuchern ein geschlossenes Ensemble zeitgenössischer Kunstwerke, welches das historisch Gesetzte des Ortes ungezwungen als Überschreibungsfläche nutzt. Jede der ausgestellten Arbeiten zeigt sich als bewegliches Gepäckstück einer dynamischen Wahrnehmung, in welchem das Museum als Container, als ein Transportbehältnis miteinbezogen ist. Die tradierte Umgebung des Schlosses wird mit veränderten Wirklichkeitsbezügen aufgeladen, die den operativen Tendenzen unserer Zeit entsprechen. Sowohl als Einzelbild als auch Sequenz eines Zyklus lesbar bieten die Arbeiten der „Kontinentalverschiebung“ ein Vexierspiel von Fläche und Installation, Kunst und Funktionalität, von Raum und Zeit, von Ursprüngen und von möglichen Zielen.

Nicht nur inhaltlich wäre Andreas Kopp am ehesten als „europäischer“ Künstler zu bezeichnen, denn 1959 in Amsterdam geboren, dort und in Hamburg, Den Haag und Köln beheimatet, um letztlich Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf zu studieren, läßt er sich schwerlich auf einen einzelnen prägenden Ort, auf eine stilistische Schule reduzieren. Seine erste institutionelle Einzelausstellung hatte er am Goethe-Institut Rotterdam (1991), die erste Galeriepräsentation in der Galerie Littmann in Basel (1992). Es folgten Ausstellungen im In- und Ausland (u. a. Kyoto und Osaka; zuletzt in Mailand, St. Louis und einmal mehr in Basel). Neben gezielten Projektförderungen und der Teilnahme an artist-in-residence-Programmen erhielt er den Barlach-Preis der Ernst-Barlach-Gesellschaft. Sein über das reine Tafelbild hinausgehendes künstlerisches Raumverständnis dokumentierte er an unterschiedlichsten architekturbezogenen Projekten. Von der temporären „Talk-Lounge“ der Berliner Kunstmesse Artforum bis hin zur Halle des technischen Rathauses und der KölnArena konnte er künstlerische Lösungen auch im großen Maßstab umsetzen. Gastdozenturen an verschiedenen Kunsthochschulen vervollständigen Andreas Kopps Vorstellungen von der Entwicklung und Vermittlung eines umfassenden Kunstbegriffes.

Öffnungszeiten
Mittwoch bis Samstag 14.30-17.00 Uhr
Sonntag 11.00-17.00 Uhr
Führungen am Sonntag um 11.15 Uhr am 22. und 28. Oktober, 12. und 26. November, 3. und 10. Dezember und nach Vereinbarung

Eintritt
3 Euro / 2 Euro
Tageskarte für alle Häuser des Museums Bad Arolsen 6 Euro / 4 Euro

Information 05691/625734
www.museum-bad-arolsen.de

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Francisco de Goya
Gezeichnete Leidenschaft - Die Radierzyklen

Caprichos Desastres Tauromaquia Disparates
Ausstellungen im Schloß
Schirmherr: S. E. Gabriel Busquets, Botschafter des Königreichs Spanien bei der Bundesrepublik Deutschland

21. Januar bis 23. April 2006 - Im Rahmen unserer Ausstellungsreihe bedeutender graphischer Werke zeigen wir von Januar bis April 2006 einen weiteren Höhepunkt dieses Genres. Die Fundación Juan March (Madrid) bietet uns die einmalige Gelegenheit die vier herausragenden graphischen Serien aus der späten Schaffensphase Goyas erstmals seit 15 Jahren nach Deutscchland zu holen. Francisco de Goya kommt internationale Anerkennung als der große spanische Wegbereiter der europäischen Moderne zu. Besonders seine späten Druckgraphiken gelten als Vorläufer der modernen Kunst zund als Wegweiser des Expressionismus und des Surrealismus, sowie der sozialkritischen Malerei. Die rund 220 Radierungen aus den Zyklen Caprichos, Desastres de la Guerra, Tauromaquia und Disparates gehören zu den unmittelbarsten und senbibelsten Äußerungen Goyascher Kunst.
Goya bearbeitete in seinem Spätwerk Themen, die sowohl seine Geisteshaltung, als auch sein Gemüt bewegten. In den Caprichos, die in Spanien heftige Erregung auslösten, kritisierte Goya, der den liberalen Ideen der Aufklärung nahestand, die gesellschaftlichen Verhältnisse seiner Zeit.
Die Serie Desastres de la Guerra entstand unter dem Eindruck des Napoleonfeldzuges. Durchdrungen von Resignation und Verzweiflung zeichnet Goya das sinnlose menschliche Leiden nach, das sich nur 20 Jahre nach der ersten Erklärung der Menschenrechte in Frankreich, vor seinen Augen abspielte.
Nach Kriegsende entdeckte Goya seine jugendliche Faszination für den Stierkampf wieder und erweckte in der Tauromaquia-Serie aus seinen Erinnerungen heraus die großen Stierkämpfer seiner Jugend wieder zum Leben.
Im hohen Alter entstanden die Disparates, deren düstere und traumartige Szenerie ihre genaue Bedeutung verschleiert, die jedoch nicht ihre suggestive Wirkung verfehlen.
Geöffnet Mittwoch bis Sonntag 11 bis 17 Uhr
Führungen jeweils Sonntags um 11.15 Uhr (Eintritt mit Führung 5 €) und nach Vereinbarung
Info 05691 / 625 734