Museum Bad Arolsen | Ausstellungen im Schloss

Im inneren Westflügel des Schlosses zeigen das Museum Bad Arolsen und der Museumsverein wechselnde Ausstellungen zur Kunst- und Kulturgeschichte, zur aktuellen Kunst und zur Fotografie.
Das dreiflügelige, einen doppelten Hof weiträumig umschließende Residenzschloss, das Fürst Friedrich Anton Ulrich durch seinen Baumeister Julius Ludwig Rothweil planen ließ, orientierte sich an den modernsten Bauten der Zeit. Es sollte als ein barockes "Prachtgebäude" mit seinem Schmuck der Fassaden und der Dekoration seiner Innenräume die Ansprüche auf den erblichen Fürstentitel unterstreichen und den Ruhm des Hauses Waldeck verkünden.
Die Stiftung des Fürstlichen Hauses Waldeck und Pyrmont bietet durch die historisch ausgestatteten Räume des Corps de Logis Führungen an.
Im Westflügel befindet sich die Hofbibliothek, die Bibliothek Brehm und das Museum Bad Arolsen mit den Ausstellungen im Schloss.

Johann Rosenboom
Un segno per Monte Sole

Ausstellungen im Schloss
Museum Bad Arolsen und Museumsverein
1. September bis 18. November 2018
Mittwoch bis Samstag 14.30 bis 17 Uhr, Sonntag 11 bis 17 Uhr, Sonntagsführungen 11.15 Uhr.
Information 05691 / 625734
in Kooperation mit dem I T S und dem Historicum 20

„Nur Worte
retten die Zeit
vor dem Vergessen.“
Claire Goll
„[…] Gerne stimme ich Claire Goll da zu, doch möchte ich auf jeden Fall hinzufügen, dass auch Musik, Tanz, Kunst ein wenig dazu beitragen können, das Vergessen nicht zu vergessen […]”, konstatiert Johann Rosenboom. Im August 1980 reist er mit einem Freund, nach Grizzana in der Emilia Romagna. Mit weiteren Freunden der Kunstakademie Kassel bietet Rosenboom ab 1981 dort Sommer-Malkurse an. Er erwirbt in Grizzana-Morandi einen ehemaligen Heustall und ist seitdem dort und in Kassel ansässig. 1982 erfährt er von einem italienischen Freund vom Massaker im Jahr 1944.
Die Region Monte Sole ist ein landwirtschaftlich geprägtes Hügeldreieck, ca. 20 km südlich von Bologna gelegen. Nach dem Waffenstillstand zwischen der italienischen Regierung und den Allierten, am 8. September 1943, bildet sich im Gebiet um den Monte Sole die Partisanenbrigade „Stella Rossa“, die sich dem Kampf gegen die Deutschen und die Faschisten verschrieben hat. Der Vorstoß der Alliierten erwirkt bei den Deutschen die Notwendigkeit, jegliche Hindernisse zu beseitigen, die dem sicheren Rückzug im Wege stehen könnten. Mitte September 1944 beschließt das Kommando der 16. Panzergrenadier-Division der SS eine militärische Operation. Vom 29. bis zum 5. Oktober 1944 umzingeln mehr als 1000 Soldaten das gesamte Gebiet; sie legen Feuer, töten Menschen und Tiere. Die Bilanz des sieben Tage andauernden Gemetzels beträgt 770 Opfer (Frauen, Kinder, ältere Menschen) an 115 Orten (Gehöfte, Dörfer, Kirchen). Die Operation ist nicht als Vergeltungsmaßnahme, sondern als Massaker einzustufen. Bezeichnenderweise wird das Ereignis heute „Massaker von Marzabotto“ genannt, weil dort in einem Beinhaus die Überreste der Opfer aufbewahrt werden, obwohl das Gemetzel am Monte Sole stattgefunden hat.
Johann Rosenboom berichtet: „Wenn man dort ist, sich in die Stille versenkt, die einen umgibt und sich diese verlorene Realität vorzustellen beginnt, scheint es, als ob sich eine gewisse Atmosphäre dieser Zeit mit der Erinnerung vereint.“ Erinnern ist eine menschliche Fähigkeit, die Vergangenes nicht absondert, sondern im „Inneren“ weiterhin aufbewahrt. Die Tradition hat den Ort, wo Erinnerung sich sammelt, nicht wie heute im Gehirn, sondern als eine Erfahrung ins Herz lokalisiert: weil Erinnerung nur sinnvoll ist, wenn sie als Erfahrung das weitere Handeln in der Zukunft bestimmt.
Der Künstler berichtet, dass er anfangs Figuren in seinen Arbeiten thematisiert habe. Allmählich sei der Monte Sole als Motiv in den Vordergrund gerückt und seine Zeichnungen seien ausschließlich abstrakt geworden. In den letzten 20 Jahren ist „Il Segno de Monte Sole“ zu einem Konvolut von mehr als 100 Arbeiten gewachsen.
Johann Rosenbooms künstlerisches Thema ist der Versuch, das Unfassbare darzustellen. Nur wenige Künstler haben sich seit je her bemüht, die Sprache des Grauens zu buchstabieren. Johann Rosenboom hat Begriffe wie z. B. „entwürdigen“ oder „entehren“ gesammelt und diese dann im inneren Prozess zu zeichnerischen Formen verwandelt. Seine Vorgehensweise basiert dabei auf Selbstwahrnehmung und Empathie, der Fähigkeit, sich einzufühlen. Rose Ausländer beschreibt dies in „Verlust“ so: „Ich sammle die Tränen der Ahnen - schreibe sie auf die Klagemauer“.


Johann Rosenboom
Un segno per Monte Sole

Malerei • Grafik • Fotografie

Ausstellungen im Schloss
Museum Bad Arolsen und Museumsverein
1. September bis 18. November 2018
Mittwoch bis Samstag 14.30 bis 17 Uhr, Sonntag 11 bis 17 Uhr, Sonntagsführungen 11.15 Uhr.
Information 05691 / 625734

in Kooperation mit dem I T S und dem Historicum 20

2018

28. April bis 8. Juli 2018
Wilhelm von Kaulbach – Goethes Reineke Fuchs
Die Sammlung Friedrich von Fuchs
Ausstellungen im Schloss

2017
Günther Blau (1922-2007)
Stille Welt

Friedrich August von Kaulbach (1850–1920)
als Zeichner


2016
Laura J. Padgett / Martina Wolf
Reise nach Arglosen
made for arolsen

Otmar Alt / Muse küsst Kunst




2015
Igor Oleinikov / Farbe beißt Graphit

Erich Klahn | Ulenspiegel [1901 – 1978]

2014

Robert Polidori | Spuren der Zeit. Fotografie

Barbara Beisinghoff | Das Gesetz des Sterns und die Formel der Blume. Wasserzeichen, Radierungen, Künstlerbücher und Installationen


2013
Blütenzauber - Fotografien und Installationen internationaler Künstler
Bill Beckley, Ottmar Hörl, Peter Hutchinson, Sandra Kantanen, Marie-Jo Lafontaine,
Renate Olbrich, Annette Schröter , Erasmus Schröter, Luzia Simons, Ingolf Timpner
Marjukka Vainio


Von Anfang an
25 Jahre Ausstellungen im Schloss
Ausstellung zum 25jährigen Jubiläum des Museumsvereins

Susanna Taras
Bezaubernde Blüten
Reliefs, Wandbilder, Collagen und Installationen

2012
Skulpturen: Jaume Plensa. Laura Ford. David Nash. Masayuki Koorida.
Dana Gluckstein - Dignity - Die Würde des Menschen - Fotografien

2011
Pablo Picasso - Malerbücher aus dem Kabinett der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel
Hanna Nitsch - "der kurz andauernde Genuss der Erdbeere"
Zeichnungen und Installationen

2010
Magum's first - Gesicht der Zeit -
Ostmenschen - Westmenschen, Dieter Demme - Pitze Eckart, Fotografien 1970-1990 -
Anitke(s) Leben
Simulation eines Ideals in der Hofbibliothek
und Kunstsammlungen der Fürsten von Waldeck und Pyrmont

2009
Anitke(s) Leben
Simulation eines Ideals in der Hofbibliothek
und Kunstsammlungen der Fürsten von Waldeck und Pyrmont

2008
Emma Königin der Niederlande - Prinzessin zu Waldeck und Pyrmont - Zum 150. Geburtstag. Toni Schneiders - Fotografien - Retrospektive aus dem Nachlaß

2007
Druet sieht Rodin - Photographie und Skulptur. Otto Fischer - Skulpturen und Zeichnungen. Sun- Rae Kim - Seerosen-Hommage an Monet - Skulpturen und Installationen

2006
Francisco de Goya: Gezeichnete Leidenschaft - Die Radierzyklen. Andreas Kopp: Kontinalverschiebung, Bilder und Installationen

2005
Dieter Schwerdtle "Ich und die anderen" Porträts von Künstlern und anderen Menschen - Fotografien - Die Schlösser der gepriesenen Insel: Gerhard Bätz und Manfred Kiedorfs große Welt - Architekturen und Szenen en miniature

2004
Georg Müller vom Siel (1865-1939): Landschaften, Gemälde und Graphik - Licht und Schatten, Fotografien von Weegee, The Famous - Emila Medokva: surreale Sujets der tschechischen Fotografin - Ingolf Timpner: Unzeitgemäße Betrachtungen, Photoarbeiten

2003
Dorothee von Windheim - Kinderwelten der Malerdynastie Kaulbach - Zwiesprache, Porträts aus der Photographischen Sammlung der Berlinischen Galerie

2002
Andreas Feininger, America Yesterday - Ludwig Knaus der Zeichner - Karikatur und Propaganda, Englische Bildsatire um 1800 aus der Fürstlich Waldeckischen Hofbibliothek

2001
Wilhelm von Kaulbach als Zeichner - True Fictions. Inszenierte Fotokunst der 1990er Jahre - Moritz Götze

2000
Michael Triegel - Dürer, Himmel und Erde, Gottes- und Menschenbild in der Druckgraphik - Lichtseiten. Die schönsten Bilder aus der Photographischen Sammlung der Berlinischen Galerie

1999
Friedrich Wilhelm Maul. Ein Porträtist des Biedermeier in Waldeck - Hartwig Hamer, Gerhard Kettner, Werner Stötzer - Ansichten vom Künstler. Fotografische Porträts seit 1945

1998
made in Arolsen. Zwischen höfischem Handwerk und Industriedesign. Hewi und die Kaulbachs - Albrecht Dürer. Die Kunst aus der Natur zu "reyssenn" - Fotografie in Deutschland nach 1945. Die Sammlung Schupmann

1997
made for Arolsen. Ulrike Rosenbach, Heather Sheehan, Annette Munk - Floris M. Neusüss - Sammlung Christa und Gerhard Wolf

1996
Ferenc Berko, Retrospektive. Stefphan Reusse - William Hogarth. Der Kupferstich als moralische Schaubühne - ver-rückt. Brian Tolle, Josiah McElheny, Matthew Ritchie, Toland Grinell, Alexander Ku, Adam Licht, Timothy Binkley

1995
Lucia Moholy, Bauhausfotografin - Quintessenz, Installationen Tony Clark, Seet van Hout, Michael v. Kaler, Jon Shelton, Ivo Ringe - Fotoinszenierungen, Sandy Skoglund, Arthur Tress

1994
Frank Rödel - Kleinplastiken des 19. Jh. aus der Sammlung der Nationalgalerie Berlin - Eva Witter und Harald Mante, Bildräume, Europäische Schlösser

1993
Horst Janssen - Barbara Klemm, Der Osten Europas; Robert Lebeck, Fotoreportagen - Angela Hampel. Ein Künstlerin aus Dresden

1992
made for Arolsen. Skulpturen und Projektionen. Larry Bell, Damien Hirst, Jeff Koons, Hanno Otten, Nicola Torke, Gerard Wiliams - indessen will es glänzen. Arolsen eine barocke Residenz

1991
Mechthild Kalisky. Skulpturen und Installationen - Neun Künstler aus Dresden - Horst Janssen 1990 Noumenon. Ingeborg zu Schleswig Holstein

Öffnungszeiten

Mittwoch bis Samstag 14.30 bis 17.00 Uhr
Sonntag 11 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung
(05691 / 625 734)

Adresse

Schloßstraße 27, Bad Arolsen

Alle Häuser des Museum Bad Arolsen























Dieter Schwerdtle:
Joseph Beuys, 1982, documenta 7



















Floris M. Neusüss, Körperfotogramm (1997)






made for arolsen: Jeff Koons, Puppy (1992)